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Portrait

Rodrigo Martins ist der Motor des Bonner Spiels und zudem bei den Zuschauern außerordentlich beliebt. Seine leichtfüßige Art mit dem Ball umzugehen, unnachahmlichen Flanken und Freistößen und seine Dribblings begeistern immer wieder. Trotz dieser außergewöhnlichen Fähigkeiten beschränkt sich Rodrigo jedoch nicht auf die Rolle des Regisseurs. Der Brasilianer scheut sich nicht davor "Gras zu fressen" und geht verbissen in die Zweikämpfe. Hinzu kommt ein taktisches Plus: Rodrigo ist in der Offensive sehr flexibel einsetzbar: Ob als hängende Spitze, als Rechts- oder Linksaußen oder in der Mitte – der junge Stürmer hat beim Bonner SC alle diese Positionen mit Bravour gemeistert. Neben seiner Torgefährlichkeit aus dem laufenden Spiel heraus hat er in der Saison 04/05 eine weitere Qualität unter Beweis gestellt: Er ist ein äußerst sicherer Elfmeterschütze.

Die technischen Fähigkeiten und der Überblick des offensiven Mittelfeldspielers werden als „einzigartig“ bezeichnet. Dank seiner überragenden Technik behandelt er den Ball mit spielerischer Eleganz und Leichtigkeit.

Geboren wurde Rodrigo am zehnten Oktober 1978 in Tapiratiba /Sao Paulo. Hier durchlief er alle Jugendabteilungen, anschließend ging es nach Korea bevor er mit Amoroso nach Dortmund kam. Rodrigo unterschrieb beim Bonner SC, um schnell den Wiedereinstieg zu finden. Mit seinen fußballerischen Fähigkeiten verzückte er Zuschauer und den Präsidenten des Bonner SC gleichermaßen. Nach vier erfolgreichen Meisterschafts-Spielen in dieser Rückrunde 04/05 kam es für Rodrigo und dem Bonner SC hart – Rodrigo zog sich beim Meisterschaftsspiel gegen Bocholt eine schwere Schulterverletzung zu. Die Untersuchungen ergaben eine Schultereckgelenkssprengung. Rodrigo konnte erst im Juni wieder beim Bonner SC mitwirken. Im Juli ist dann endlich mal ein Traum in Erfüllung gegangen. Er traf im erstmals ausverkauften Bonner Nordpark gegen die Bayern aus München. Seitdem geht es wieder Berg auf. Unter Trainer Reinhold Fanz spielte Rodrigo im Mittelfeld mit der Rückennummer 13.

Am 11.08.2006 wechselt Rodrigo als Verstärkung für die Oberliga Meisterschaftssaison 2006/2007 zum SV Lippstadt 08, wo er als Linksfuss mit der Rückennummer 20, sowohl im offensiven Mittelfeld, als auch im Angriff einsetzbar ist. Bisher hat er in 16 Meisterschaftsspielen 8 Tore erzielt und viele vorbereitet.

Nach dieser erfolgreichen Hinrunde und der gewonnenen Herbstmeisterschaft wechselte er im Winter zum Regionalligisten SC Pfullendorf, wo Rodrigo einen Vertrag bis zum 30. Juni mit einer beiderseitigen Option auf Verlängerung erhielt.Seine Chance sich unter Beweis zu stellen nutzte Rodrigo in einem Pokalspiel, welches er als bester Spieler absolvierte. Trotzdem wurde er leider nur 6 mal eingesetzt, obwohl er als Verstärkung im offensiven Bereich von Trainer Michael Feichtenbeiner im Winter geholt wurde. Folgedessen zog Rodrigo die beidseitige Option in Pfullendorf zu bleiben nicht und unterschrieb am 06.06.2007 beim Zweitliga-Absteiger Wacker Burghausen für zwei Jahre.

Sein erstes Tor schoss Rodrigo kurz nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Elversberg im Oktober 2007 unter Trainer Ingo Anderbrügge. Im Mai 2008 zog sich Rodrigo im Trainig einen Kreuzbandriss zu. Nach erfolgreicher Operation und Reha wurde er vom neuen Trainer Günther Güttler in der Rückrunde im Abstiegskampf nicht eingesetzt. Wie auch Ingo Anderbrügge wurde Günther Güttler während der Saison vom sportlichen Leiter Peter Assion entlassen. Wacker Burghausen beendet die Saison in Liga 3 mit dem 18. Tabellenplatz, was den Abstieg bedeutet. Der Vertrag von Rodrigo besitzt daher keine Gültigkeit mehr.

 

Pressebericht vom 23.12.2006
Weihnachten mit reichlich Sonne, aber ohne Grünkohl

Rodrigo Cesar Martins verbringt die Festtage in seiner Heimat Brasilien. Stürmer-Star des SV Lippstadt verspricht, pünktlich zum Training zurück zu sein.

Weihnachten bei blauem Himmel, 28 Grad und ein wenig Straßenfußball mit den besten Kumpels. Warum eigentlich nicht? Klingt nach einer schönen Bescherung. Das ist es auch für Rodrigo Cesar Martins. Der 28-jährige Brasilianer vom SV Lippstadt verbringt die Feiertage mit seiner Familie in der Nähe von Sao Paulo. „Natürlich haben wir zu Hause einen Tannenbaum und Geschenke gibt es auch“, grinst der torgefährliche Stürmer. Ein Traditionsfest genau wie in Deutschland? „Im Prinzip schon“, erklärt er voller Vorfreude, „allerdings feiern bei uns alle mit. Die Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn - und das eine ganze Woche lang!“ Also doch ein Hauch von Karneval. Das passt zur Copacabana-Stimmung und zur puren südamerikanischen Lebensfreude, so wie man es sich im kalten Europa vorstellt. Am Mittwoch flog Rodrigo Martins von Frankfurt aus in seine Heimat. Hinter ihm liegt eine unglaublich erfolgreiche Hinrunde mit dem SV Lippstadt in der Oberliga Westfalen, vor ihm knapp zwei Wochen Urlaub in Brasilien, mit allen Menschen, die ihm lieb sind. An erster Stelle seine Eltern und seine beiden Brüder.

Auch Marcio Amoroso dos Santos wird dort sein. Der einstige Weltklasse-Profi ist der Cousin des Lippstädter Kickers und holte diesen einst nach Deutschland. „Amoroso“, da wird den leidgeprüften BVB-Fans warm ums weihnachtliche Herz. Deutscher Meister 2002 und Torschützenkönig in der Bundesliga. Das waren noch Zeiten im alt-ehrwürdigen Westfalenstadion. Vergessen die 50 Millionen DM Ablöse, die der Star einst kostete. Heute ist der 32-Jährige für Corinthians Sao Paulo am Ball.
Ob er es noch drauf hat? Rodrigo Martins wird es im Familienduell herausfinden. „Wir spielen zu Hause immer Fußball. Zwei Tore auf der Straße und es geht los“, beruhigt der Wahl-Lippstädter seinen Trainer Heinz Knüwe. Der 28-Jährige ist der erste Brasilianer im Trikot des SV 08. Ob er pünktlich zum Trainingsauftakt am 4. Januar zurück ist? „Ich werde da sein“, verspricht Martins am Telefon.
Denn Fußball ist seine Leidenschaft. Nie wollte er etwas anderes machen. Wenn irgendwo das runde Leder rollte, war Rodrigo mittendrin. Als Steppke dribbelte er sich durch alle Jugendmannschaften seines Vorort-Clubs Ponte Preta. So wie Denilson wollte er auch sein. Schnell und trickreich. Der Verteidiger wurde 2002 mit der Selesao Weltmeister und verdient sein Geld aktuell beim französischen Erstligisten Girondins Bordeaux.

Rodrigo Martins verschlug es zunächst nach Südkorea. Bei einem Turnier in Sao Paulo fiel sein Talent einem asiatischen Trainer auf. Also wechselte das 1,75 Meter große Leichtgewicht zu den Dragons ins Land des Lächelns. „Das war sehr schwierig. Allein in Korea, das Essen und die Sprache. Ich habe mich nicht wohl gefühlt“, erinnert sich der 28-Jährige. Gut, dass da noch der Cousin im Spiel war. Mit Hilfe von Amoroso kam Rodrigo Martins schließlich nach Dortmund. Wieder ein fremdes Land, erneut musste er erst lernen sich zu verständigen. Doch der Linksfuß nahm die Herausforderung an, trainierte mit der Reserve des BVB und fand später beim Bonner SC eine neue fußballerische Heimat. Dort stieg der Brasilianer schnell zum Publikumsliebling auf, obwohl er mit einer Schultereckgelenksprengung lange verletzt war. Aber ein Tor gegen Bayern München -und Rodrigo Martins stand ganz oben in der Gunst der Fans. Dazu kam seine ansteckend lockere Art. Bis das Geld beim Oberligisten knapp wurde. „Es gab Probleme“, bereitete sich der Südamerikaner, der auch einen deutschen Pass besitzt, auf den nächsten Umzug vor. Vom Rhein gings an die Lippe. Genau so, wie es zuvor das SV-Urgestein Daniel Farke gemacht hatte.

„Gott sei Dank bin ich jetzt in Lippstadt“, hat Martins seine Entscheidung nicht bereut, „die tollen Fans, der Trainer, die Mannschaftskollegen und das Präsidium, ich bin sehr zufrieden!“ Der torgefährliche Brasilianer, der mit seiner Frau in Dortmund wohnt und mit dem Essener Issa Issa eine Trainings-Fahrgemeinschaft bildet, scheint endlich angekommen zu sein. Er fühlt sich wohl am Waldschlößchen. In 16 Meisterschaftsspielen hat der Stürmer acht Tore erzielt und achtmal die Vorarbeit dazu geleistet. Für die Rückrunde verspricht er den Anhängern des SV Lippstadt noch mehr Treffer. „Wir wollen unbedingt Meister werden und in die Regionalliga aufsteigen. Wir können es schaffen“, ist er von der erstklassigen Qualität der Mannschaft felsenfest überzeugt.
Rodrigo Martins besitzt einen Vertrag bis Sommer 2007. Wenn es nach ihm ginge, hätte er schon längst verlängert. Und danach? Bis 35 möchte er noch spielen und anschließend als Trainer einer Jugendmannschaft arbeiten. Ob in Deutschland oder woanders, wer weiß das schon beim weitgereisten Brasilianer?

Vielleicht bleibt er ja in Dortmund, denn Rodrigo Martins ist längst auf den Geschmack gekommen. „Ich gehe unheimlich gern auf den Weihnachtsmarkt und esse diesen leckeren Grünkohl“, gesteht der Ballzauberer vom Zuckerhut. Kritische Nachfragen weist er sofort zurück. „Ich bin eh zu dünn!“ Das können nach den Feiertagen nicht alle von sich behaupten.

Quelle: Der Patriot